Letzte Woche sprach ich mit einem Kunden.
Er verlässt die Führungsrolle und kehrt zurück in die fachliche Verantwortung.
Sein Satz blieb hängen:
„Führung ist nichts für mich.“
Und vielleicht hat er recht.
Ich finde diese Entscheidung stark. Und mutig.
Nicht jede:r passt in die Führungsrolle.
Und das zu erkennen, ist kein Rückschritt.
Sondern Klarheit.
Und dieser Schritt würde leichter fallen, wenn wir Fach- und Führungsverantwortung als gleichwertig begreifen würden.
Führen heißt: Druck in Richtung und Routinen verwandeln.
Zuhören. Priorisieren. Verantwortung übernehmen - auch wenn Entscheidungen nicht eindeutig sind.
Weniger Fachtiefe.
Mehr Menschen- und Strukturarbeit.
Kalender, Budgets, Protokolle. Und und dazwischen: Emotionen, Konflikte, Unsicherheit.
In der Fachrolle zählen Inhalte.
In der Führungsrolle zählen Beziehungen und Rahmensetzung.
Das fordert etwas anderes - nicht mehr, nicht weniger.
Nur: etwas anderes.
Und etwas, das selten offen gesagt wird:
Man muss Menschen mögen.
Nicht um gemocht zu werden - sondern, um führen zu können.
In der Fachrolle kann man das ausblenden.
In der Führungsrolle wird es früher oder später zum Engpass - oder zur Kraftquelle.
Führung ist nicht automatisch der nächste Schritt.
Manchmal ist sie ein Umweg.
Manchmal eine Zumutung.
Und manchmal ist sie nur deshalb der nächste Schritt, weil niemand gefragt hat, ob es überhaupt deiner ist.
Und du?
Würdest du dich heute noch einmal bewusst für die Führungsrolle entscheiden?