Beziehung verändert sich selten in großen Momenten.
Wir erzählen uns oft eine andere Geschichte: Dass sich Beziehung im Konflikt zeigt, in dem, was dann ausgesprochen wird.
Aber was dort möglich ist, entsteht lange vorher.
In dem Moment, in dem jemand etwas sagt und ich kurz weghöre, oder in der E-Mail, die liegen bleibt, weil sie mir nicht dringend erscheint - dem anderen aber schon.
Derselbe Moment trägt nicht für beide die selbe Bedeutung.
Oft wirken diese Situationen zu klein, um wirklich aufzufallen.
Wenn große Momente selten entscheiden, entsteht Wirkung in dem, was sich wiederholt.
Nicht im Einzelnen, sondern in der Wiederholung bilden sich Erwartungen - leise, oft unbemerkt und dennoch wirksam.
Was dann passiert, ist selten ein Bruch, sondern eine stille Verschiebung von Beziehung.
Die andere Person teilt weniger, hört auf, auf etwas zu warten, was nicht kommt und das schwierige Gespräch trifft irgendwann auf ein Fundament, welches längst entstanden ist. Führung zeigt sich damit auch in der Aufmerksamkeit für diese leisen Verschiebungen - nicht um jeden Moment zu kontrollieren, sondern um zu verstehen, was sich aus ihnen entwickelt.
Beziehung entsteht nicht erst im Gespräch darüber, sondern oft in dem, was sich zwischen Menschen wiederholt.
Beziehung verändert sich selten in großen Momenten
Die entscheidenden Verschiebungen in Beziehung bleiben oft unbemerkt.





